Wigierski Nationalpark

Wigry

Wigierski Nationalpark ist ein für Polen einziartiges Gebiet, vor allem wegen der postglazialen Landschaft, die während der jüngsten –nordpolnischen – Vergleisung entstanden ist. In Polen gibt es keinen anderen Nationalpark mit so zahlreichen Seen. Im Park befinden sich 42 Seen mit der Gesamfläche von etwa 28 km2. Am größten, tiefsten und attraktivsten ist der Wigry-See. Bemerkenswert sind kleinere teefarbene (wegen der Wirkung von Huminsäuren) Seen im Waldinneren, die in der Region Suwałki als „Suchary“ bezeichnet werden. Im Park befinden sich 20 solche Seen und es gibt keinen anderen Platz in Polen, wo es soviele davon geben würde. Vergessen darf man auch nicht die Flüsse, die durch den Wigierski Nationalpark durchlaufen. Der größte Fluss Czarna Hańcza bildet eine der attraktivsten Paddelrouten im Land. Im nördlichen Teil vom Wigierski Nationalpark ist die Landschaft hügelig, mit zahlreichen Formen des postglazialen Reliefs. Wigierski Nationalpark liegt im nödlichen Teil des Augustowski-Urwalds, der mit Eichen und Tannen bewachsen ist. Im Park gibt es mehrere Dutzend Arten Knabenkraut und ein paar Gattungen von Felsflechten, die von der Luftreinheit zeugen. Die Tierwelt ist sehr umfangreich. Im Wigierski Nationalpark leben etwa 800 Gattungen, unter anderem der Biber – das Wappentier des Parks. Zur Verfügung für Touristen stehen 250 km gekennzeichneter Wander- und Radrouten, Wasserrouten (Czarna Hańcza und Wigry-See) und Lehrpfade. Strände und Freibäder befinden sich in Krzywe (am Czarny-See) und im Stary Folwark und Gawrych Ruda (am Wigry-See). Aussichtspunkte (Türme, Plattforme und Stege) liegen in den Ortschaften: Lipniak, Nowa Wieś, Tartak, Stary Folwark, Krzywe, Gawrych Ruda, Bryzgiel, Krusznik, Słupie.

Ehemaliger Kamaldulenserklosterkomplex in Wigry

Der Klosterkomplex befindet sich auf der Wigierski-Halbinsel und ist die wertvollste Sehenswürdigkeit der Region Suwałki. Die Kamaldulen kamen hier im Jahre 1667 und errichteten ein halbes Jahrhundert lang ihr Kloster. Das Kloster war eines der größten und reichsten Klöster in Polen. Nachdem der Orden 1800 aufgelöst worden war, wurden die Mönche nach Bielany in der Nähe von Warschau umgesiedelt. Das Kloster vernichtete langsam. Erst die Rekonstruktion nach dem Krieg verlieh dem Kloster seinen ehemaligen Glanz. Zum Klosterkomplex gehören u.a.: das Pförtnerhaus, Tore für die untere und obere Terasse, Eisiedeleien, Königshaus, Bischofspalast, Kirche, ehemaliges Refektorium und Uhrturm. Einen Durchbruch brachte der Besuch vom Paps Johannes Paul II. im Jahre 1999. Der Papst kannte die hiesige Umgebung von seinen früheren Paddeltouren auf dem Fluss Czarna Hańcza. So erinnerte er sich nach Jahren: „Dieser Boden war für mich immer sehr gastfreundlich, als ich hier kam und nach Erholung, insbesondere auf den wunderbaren Seen suchte (…)“. Heutzutage kann man Appartements besuchen, wo der Papst während seiner längsten Pilgerfahrt durch Polen wohnte. Derzeit funktioniert im Kloster der Wigierski Aeropag für Neue Evangelisierung, der auch Touristendienstleistungen anbietet. Über Wigry verläuft die Papstroute.

Kreuzfahrten „Papstroute” auf Wigry-See

Das Schiff „Kameduła”, dessen Name ans Kloster von Wigry anknüpft, fährt auf der Papstroute – einer Route, die im Jahre 1999 während seiner Pilgerfahrt auch der Papst Johannes Paul II. gefahren ist. Die Segelfahrt auf dem Wigry-See beginnt am 1. Mai und dauert bis zum 31. Oktober. Die Hauptanlegestelle befindet sich am ehemaligen Klosterkomplex in Wigry. Die Kreuzfahrt dauert ungefähr eine Stunde und zehn Minuten. Die Schiffe verkehren täglich um 10, 11.30,13,14.30 und 16 Uhr. Ticket kann man mit einer Vorreservierung bzw. direkt auf dem Schiff kaufen. Die Kreuzfahrt findet bei mindestens fünf erwachsenen Passagieren statt. Die Kreuzfahrten finden vom 01. Mai bis zum 31. Oktober von 8 bis 19 Uhr statt. In der Hochsaison funktioniert eine regelmäßige Passagierenschifffahrt von der Anlegestelle am ehemaligen Klosterkomplex in Wigry, zu den Uhrzeiten: 10.00, 11.30, 13.00, 14.30, 16.00. Die Kreuzfahrt dauert ungefähr eine Stunde und zehn Minuten. Mindestanzahl der Passagiere beträgt fünf erwachsene Personen.

Paddeltouren auf dem Fluss Czarna Hańcza und Segeln auf dem Wigry-See

Wassertourismus in der Region Suwałki hat eine wunderbare Tradition. Im Jahre 1928 haben die Pfadfinder von Suwałki auf selbstgemachten Paddelbooten Posen erreicht, und die Allgemeine Landesausstellung besucht. Johannes Paul II. nahm als junger Priester an Paddeltouren auf dem Fluss Czarna Hańcza teil. Schon im Jahre 1938 wurden am Wigry-See erste Segelkurse organisiert, und seit einem halben Jahrhundert findet eine Regatte „Um den goldenen Streifen vom Wigry-See“ statt. Die Paddeltour auf dem Fluss Czarna Hańcza, unterhalb von Wigry, ist die bekannteste Paddeltour in Polen. Zur Klassik gehört die sog. Kleine und Große Schleife. Die ersten sechs Tage führen über die Seen Białe, Studzieniczne und den Augustowski-Kanal bis zum Serwy-See. Da muss man die Paddelboote nach Bryzg transportieren, und dann weiter auf dem See, dem Fluss Czarna Hańcza und in Rygiel beginnt die Rückfahrt über den Kanal. Die große Schleife (8-9 Tage) beginnt in Augustów im Fluss Rospuda, weiter stromaufwärts in das Flüsschen Blizna und in den Blizno-See, wir transportieren die Paddelboote zum Wigry-See und weiter geht´s wie bei der kleinen Schleife. Die Segler besuchen den Wigry-See, wo tatsächlich ruhig (hier darf man keine Verbrennungsmotore gebrauchen) und leer ist. Der See hat eine interessante Gestalt und eine differenzierte Uferlinie. Schwierigkeiten können den Seglern wechselhafte Windverhältnisse, zahlreiche seichte Stellen und vom Wigierski Nationalpark festgesetzte Einschränkungen in Bezug auf die Zugänglichkeit mancher Ufer bereiten. Die Paddelbootfahrer können Zeltfelder wie „Jastrzęby” in Zakątki, „Za szkołą” in Maćkowa Ruda, „Gremzdówka” und „Bindużka” in Wysoki Most, „Zakole” in Buda Ruska, Stary Folwark und Wigry in Anspruch nehmen.

Schmalspurbahn von Wigry

Die Schmalspurbahn von Wigry ist eine Fortsetzung der Waldschmalspurbahn im Augustowski-Urwald, die währen des I. Weltkrieges errichtet und in den Jahren 1923 – 26 erweitert wurde. Die Bahn, deren Route von Płociczno in die Umgebung von Zelwa führte, war eine Ergänzung des in den Jahren 1824 – 39 entstandenen Augustowski-Kanals, des Hauptmittels zum Holztransport nach Europa und zu Sägewerken, die sich entlang dieser Wasserroute befanden. Auf dem Wigry-See standen zahlreiche Einbindestätten, wo das Holz versenkt, zu Flößen zusammengebaut und in die Nähe des Sägewerks in Płociczno transportiert wurde. In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Bahn liquidiert und erst vor einigen Jahren wurden die Fahrten als eine Touristenattraktion im Wigierski Nationalpark aufgenommen. Auf der 10 km langen Route, die in Płociczno beginnt und endet, hält die Bahn für sog. „Fotoskopy“ (Bildvergrößerungen unter Mikroskop) in Binduga, Powały und Bartny Dół. Im Sommer fahren die Touristen in unbedeckten Wagen, außerhalb der Saison werden die Wagen gedeckt und beheizt. Die Schmalspurbahn verkehrt täglich in den Monaten Juli-August um 10.00, 13.00, 16.00 Uhr. Die Fahrt samt Pausen dauert 2 Stunden und 20 Minuten. Nach der Fahrt kann man im Restaurant an der Bahn regionale und litauische Speisen probieren.
Wigry-Museum in Stary Folwark

Das Wigry-Museum befindet sich in der ehemaligen hydrobiologischen Station in Stary Folwark. In der Zwischenkriegszeit wurde sie dank ihrem Gründer, Dr. Alfred Lityński, zu einem starken Forschungszentrum, und der Wigry-See zu dem am besten erkundeten Seegebiet in Polen. Das Museum ist eine perfekte Fortsetzung seiner Forschung – es präsentiert eine der interessantesten Ausstellungen in der Region über die Natur und Geschichte vom Wigry-See. Der Museumsbesuch ist eine Reise in der Zeit und im Raum. In diesem modernen Komplex kann man gründlich den Wigry-See kennenlernen – von den Tiefen und den darin lebenden Organismen bis zu den malerischen, Uferlandschaften. Wenn man durch das Museum wandert, und die zahlreichen Filme, die multimedialen Präsentationen und die Aufnahmen hört, kann man die Geschichte dieses Gebiets, den Naturreichtum und das kulturelle Erbe entdecken. Eine große Attraktion des Museums ist die Möglichkeit, an einem Workshop auf den Wasserlehrpfaden teilzunehmen. Man fährt mit dem Motorboot „Leptodora 2”. Es besitzt einen Glasboden, durch den man die Unterwasserwelt beobachten kann.

Lehrpfade im Wigierski Nationalpark

Man sollte mindestens einen der sieben Lehrpfade im Wigierski Nationalpark entdecken:
„Las” (Wald) – 1,5 km
„Suchary” (teefarbene Seen) – 2,5 km
„Płazy” (Amphibien) – 0,5 km
„Jeziora” (Seen) – 6,2 km
„Puszcza” (Urwald) – 3,3 km
„Samle” – 4,8 km

Im Wigierski Nationalpark lassen sie Gebiete entdecken, die swowohl kulturell als auch landschaftlich sehr attraktiv sind. Die Lehrpfade verbinden sich mit Wanderrouten, welche in die verschiedenen Ecken des Parks führen. Deswegen sind sie fantastische Ausgangspunkte für die Besichtigung des Parks. Entlang der Lehrpfade befinden sich Infotafeln, Aussichtsplattformen und Raststätten.

Aussichtspunkte- und türme

Der für Touristen zugängliche Turm des Klosters in Wigry ist der beste Aussichtspunkt im ganzen Wigierski Nationalpark. Den See mit dem Kloster im Hintergrund sollte man wiederum von zwei Plattformen in Stary Folwark (Zufahrt seitens der Straße Suwałki – Sejny) beobachten. Nachmittags kann man bei ruhiger Seeoberfläche in Cimochowizna das Wasserspiegelbild des Klosters bewundern. Die entwickelte, buchtenvolle Uferlinie vom Wigry-See lässt sich am besten in Bryzgl vom Aussichtsturm am Forsthaus oder vom Ferienbauernhof Widok entdecken.
Radrouten in der Region Suwałki

Hügel und schwingende Wege in der Region Suwałki sind etwas Besonderes für Radfahrer. Hier führt die Internationale Radtour Euro Velo R11, die Athen mit dem Nordkap Norwegens verbindet. Durch die Woiwodschaft Podlachien führt eine fast dreihundertkilometer lange Routenstrecke. Fahrradliebhaber können auch eine landeskundliche Rundreise „Fahrradring in der Region Suwałki“ entdecken. Es gibt einen nördlichen und südlichen Teil. Der nördliche Teil der Route beginnt in Żegary, führt über die ehemaligen Jatwinger Gebiete, erreicht im Norden das Jatwingergebirge (den polnischen Kältepol). Die Westgrenze verläuft an den Gemeindeorten: Przerośl, Bakałarzewo und Raczki (heute Dörfer, früher Städte der polnisch-preußischen Grenzregion), an malerischen Seen und am Rospuda-Tal. Der südliche Teil lässt die Spuren von drei großen Polen: vom Graf Ludwik Pac (Palast in Dowspuda), Graf Karol Brzostowski (Rzeczpospolita Sztabińska) und vom Gen. Karol Prądzyński (Augustowski-Kanal) entdecken. Sie lebten alle im 19. Jahrhundert, und obwohl sie in der Zeit der Teilungen tätig waren, werden sie als Reformierer und Rationalisierer geehrt.
Naturausstellung „Am Wigry-See”

Die Ausstellung befindet sich im Gebäude der Direktion des Wigierski Nationalparks in Krzywe. Sie besteht aus einigen Teilen: Waldgebiete, Wassergebiete, Menschentätigkeit (Kultur) und Bildung. Im Raum gibt es Stämme vieler Baumgattungen, die im Augustowski-Urwald wachsen. Man kann auch Beispiele für Vögel und Säugetiere bewundern. Im mittleren Teil des Raums befinden sich ein Aquarium mit heimischen Fischgattungen und eine Vitrine mit präparierten Fischen. Im Diorahmen zeigen wir die Amphibien und Reptilien, die im Wigierski Nationalpark leben. Ein Teil der Ausstellung zeigt auf einer „Zeitachse“ die wichtigsten Ereignisse, die in der Nähe vom Wigry-See vom Rückzug des Gletschers bis zur heutigen Zeit stattgefunden haben.
Ethnografieausstellung „Vor dem Vergessen bewahren ”
Die ethnografische Dauerausstellung im Wigierski Nationalpark in Krzywe, in der Nähe des Parksitzes präsentiert etwa 800 Exponate – Beispiele für die vergehende materielle Kultur der Umgebung vom Wigry-See. Fast alle Gegenstände sind Gaben von höflichen Parkeinwohnern, die am Wettbewerb „Vor dem Vergessen bewahren“ teilgenommen und unentgeltlich viele Exponate überreicht haben. Oft sind es Familienandenken oder ziemlich wertvolle Gegenstände. Die Ausstellung wurde im Forsthaus in Krzywe vorbereitet. Dazu hat man das Wirtschaftsgebäude aus den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts addaptiert. Die Sammlung lässt die Geschichte alter Berufe der Einwohner der Gebiete um den Wigry-See herum entdecken.

Ausstellung „Geschichten und Traditionen der Fischerei am Wigry-See”

Die Ausstellung befindet sich in Czerwony Folwark. Sie ist an alle gerichtet, denen die Natur, Geschichte und Kultur der Umgebung vom Wigry-See am Herzen liegt, und insbesondere an diejenigen, die sich für Angeln und Fischrei interessieren. In der Ausstellung gibt es viele interessante Exponate, u.a.: einen Einbaum, Fischkutter, Eiscrasher, ein Modell der Inkubationsanlage für Laich, Fischerausrüstung zum Fischen und Krebsfangen. Man kann ausgewählte präparierte Fische und Filme über die Fischerei sehen.